Altersversorgung

Zu den elementaren Leistungen des Versorgungswerkes gehört die Altersversorgung. Jedes Mitglied erwirbt bereits mit der ersten Beitragzahlung einen Anspruch auf eine lebenslange, monatliche Altersrente. Um die Versorgungsbezüge zu erhalten, muss das Mitglied seine zahnärztliche Tätigkeit nicht aufgeben. Leistungen anderer Versicherungs- oder Versorgungsträger werden von unserer Versorgungseinrichtung nicht angerechnet.

 

Regelaltersrente

Jedes Mitglied des Versorgungswerkes hat nach Ablauf des Monats, in dem es das 65. Lebensjahr vollendet hat, Anspruch auf lebenslange Altersrente. Hat ein Mitglied beispielsweise am 15.09.1947 Geburtstag, kann es ab dem 01.10.2012 die ungekürzte Altersrente erhalten.

 

Wie werden die Beiträge verrentet?

Die von den Mitgliedern entrichteten Beiträge werden nach Maßgabe der Satzungstabelle verrentet. Darüber hinaus hat die Kammerversammlung die Einführung des Generationenmodells zum 01.01.2008 beschlossen. Die Entwicklung dieses neuen versicherungsmathematischen Modells wurde erforderlich, da die Längerlebigkeit der Mitglieder kontinuierlich – fast linear – fortgeschritten ist. Dieser Trend ist ungebrochen und bei jüngeren Menschen weitaus stärker ausgeprägt als bei älteren. Mit dem Generationenmodell erfolgt eine jahrgangsweise, am Äquivalenzgedanken ausgerichtete individuelle Verrentung der Beiträge des Mitglieds. Der jeweilige Anwartschaftswert aus den Beitragszahlungen ab dem 01.01.2008 verringert sich um den sogenannten Generationenfaktor. Der Generationenfaktor beläuft sich für das Geburtsjahr 1944 auf 0,3 % und erhöht sich mit jedem folgenden Geburtsjahrgang jeweils um weitere 0,3 Prozentpunkte.

 

Muss ein Antrag gestellt werden?

Eines ausdrücklichen Antrags auf Regelaltersrente bedarf es nicht. Rechtzeitig vor Vollendung des 65. Lebensjahres erhalten die Mitglieder Nachricht mit den zur Festsetzung des Versorgungsbescheides erforderlichen Unterlagen.

 

Vorgezogene Altersrente

Ab wann kann man frühestens die Rente beziehen?

Die Altersrente kann auch vor Erreichen der Regelaltersgrenze in Anspruch genommen werden. Der Leistungsbezug ist bereits ab dem Folgemonat nach Vollendung des 60. Lebensjahres möglich.
Die Zahnärztinnen und Zahnärzte, deren Mitgliedschaft ab dem 01.01.2012 beginnt, können die vorgezogene Altersrente hingegen erst ab dem Folgemonat nach Vollendung des 62. Lebensjahres beziehen.

 

Wie wird die vorgezogene Altersrente berechnet?

Die vorgezogene Altersrente errechnet sich aus den bis zum Rentenbeginn eingezahlten Beiträgen abzüglich eines Abschlags von 0,45 % für jeden Monat, in dem die Altersrente vorzeitig erbracht wird.

 

Wie und wann ist die vorgezogene Altersrente zu beantragen?

Der vorzeitige Bezug setzt einen formlosen schriftlichen Antrag voraus. Der Anspruch auf Zahlung der Rente beginnt frühestens mit dem dritten auf den Eingang des schriftlichen Antrags folgenden Monat.

Der Antrag auf vorgezogene Leistungen ist nicht widerruflich.

Beispiel:
Ein am 15.09.1948 geborenes Mitglied möchte die Altersrente bereits mit Vollendung des 64. Lebensjahres in Anspruch nehmen. Der Antrag müsste in diesem Fall bis zum 31.07.2012 beim Versorgungswerk eingehen. Der Antrag kann folgendermaßen lauten: „Hiermit beantrage ich die vorgezogenen Versorgungsleistungen zum 01.10.2012.“
Für die erworbenen Anwartschaften ergäbe sich ein Abschlag von insgesamt 5,4 % (0,45 % * 12 Monate). Der Generationenfaktor beträgt für das Mitglied 1,5 %.

 

Hinausgeschobene Altersrente

Bis wann kann die Altersrente hinausgeschoben werden?

Auch das Hinausschieben des Bezugs der Altersrente ist möglich und zwar längstens bis zum Ablauf des Monats, in dem das 70. Lebensjahr vollendet wird.

 

Wie berechnet sich die hinausgeschobene Altersrente?

Die hinausgeschobene Altersrente errechnet sich bei Rentenbeginn aus den zu diesem Zeitpunkt erlangten Ansprüchen auf Regelaltersrente zuzüglich eines von diesem Wert zu ermittelnden Zuschlags von 0,6 % für jeden Monat, in dem die Zahlung der Altersrente nach Ablauf des Monats, in dem das Mitglied sein 65. Lebensjahr vollendet, nicht in Anspruch genommen wird.

 

Wie und wann ist der Antrag zu stellen?

Auch das Hinausschieben der Altersrente bedarf eines formlosen schriftlichen Antrags. Das Hinausschieben ist dem Versorgungswerk spätestens 3 Monate vor Vollendung des 65. Lebensjahres zu erklären.

 

Sind während des Hinausschiebens weiterhin Beiträge zu zahlen?

Entscheidet sich ein Mitglied für die hinausgeschobene Altersrente, muss es ab Vollendung des 65. Lebensjahres keine weiteren Beiträge zahlen. Die Beitragspflicht entfällt. Möchte das Mitglied jedoch auch künftig Beiträge entrichten, kann es auf Antrag auf den Entfall der Beitragspflicht verzichten und auf diese Weise weiterhin einzahlen.

 

Kapitalleistung

Wer hat Anspruch auf die Kapitalleistung?

Mitglieder, die bereits vor dem 01.01.2005 Beiträge an das Versorgungswerk entrichteten (Altbeiträge), haben aus diesen Beiträgen weiterhin Anspruch auf eine Kapitalleistung mit Vollendung des 65. Lebensjahres.

 

Kann die Kapitalleistung vorzeitig beansprucht bzw. hinausgeschoben werden?

Für die Kapitalleistung gelten die gleichen Altersgrenzen wie für die Rente. Auf Antrag kann das Mitglied die Kapitalleistung bereits mit Vollendung des 60. Lebensjahres in Anspruch nehmen oder bis zur Vollendung des 70. Lebensjahres hinausschieben.
Entscheidet sich das Mitglied für den vorgezogenen Bezug, so errechnet sich der Anspruch aus der Kapitalleistung per Endalter 65 abzüglich eines von diesem Wert zu ermittelnden Abschlags von 0,35 % für jeden Monat, in dem die Kapitalleistung vorzeitig erbracht wird.
Bei der hinausgeschobenen Kapitalleistung beträgt der monatliche Zuschlag 0,35 %.

 

Wann ist der Antrag zu stellen?

Der Antrag auf Vorzug oder Hinausschieben der Kapitalleistung ist vierteljährlich im Voraus zu stellen.

 

Können die Altbeiträge auch verrentet werden?

Anstelle der Kapitalleistung kann das Mitglied innerhalb von 6 Monaten ab Fälligkeit der Kapitalleistung die monatliche Rentenzahlung beantragen. Für die Berechnung der vorzeitigen bzw. hinausgeschobenen Altersrente gelten ebenfalls die Abschläge (0,45% pro Monat) und Zuschläge (0,6 % pro Monat) wie für die Rente aus Beitragszahlungen seit dem 01.01.2005.

 

Wie wird das Wahlrecht zwischen Kapitalleistung und Rente ausgeübt?

Jedes Mitglied erhält, bevor das Versorgungswerk den endgültigen Bescheid erstellt, Informationen über die Höhe der Versorgungsleistungen sowie eine Reihe von Erklärungen, die das Versorgungswerk zur Festsetzung und Auszahlung der Leistungen benötigt. Neben Angaben zur Krankenversicherung, Bankverbindung sowie im Ausland zurückgelegte Versicherungszeiten übersenden wir auch die sogenannte Optionserklärung. Auf dieser Optionserklärung hat das Mitglied anzugeben, ob es sich für die Kapitalleistung oder die monatliche Altersrente entscheidet.

 

Kann auch nur ein Teil der Ansprüche verrentet werden?

Das Mitglied kann einen Teil seiner Ansprüche als Kapital und den übrigen Anspruch als monatliche, lebenslange Rente erhalten.

Beispiel:
Das Mitglied hat per Endalter 65 einen Anspruch auf Kapitalleistung in Höhe von EUR 500.000. Die monatliche Rente daraus beträgt EUR 2.653,76.
Das Mitglied könnte sich EUR 100.000,00 auszahlen lassen und den verbleibenden Anspruch als monatliche Rentenzahlung in Höhe von EUR 2.123,01 erhalten.

 

Kann die Kapitalleistung in mehreren Beträgen gezahlt werden?

Das Mitglied hat die Möglichkeit, sich die Kapitalleistung in bis zu fünf Teilbeträgen auszahlen zu lassen. Dies kann aus steuerlichen Gründen vorteilhaft sein. Die Auszahlungszeitpunkte und -beträge sind bereits bei Antragstellung festzulegen. Nicht abgerufene Teilbeträge verzinsen sich zum Ablauf des Monats, der der Auszahlung vorausgeht, mit drei Prozent jährlich. Der letzte Teilbetrag ist spätestens mit Vollendung des 70. Lebensjahres auszuzahlen.

 

Kann das Kapital vor der Rente aus den Neubeiträgen abgerufen werden?

Ja, es ist möglich, die Leistungen aus den Altbeiträgen, sei es als Kapital und/oder als Rente, zu einem anderen Zeitpunkt als die Rente aus den Neubeiträgen (=Beiträge seit 2005) zu beziehen. Das Mitglied kann also zum Beispiel mit Vollendung des 60. Lebensjahres das Kapital abrufen, die Rente aus den Neubeiträgen jedoch erst mit Vollendung des 65. Lebensjahres in Anspruch nehmen. Entscheidet sich ein Mitglied allerdings dafür, die Ansprüche aus den Altbeiträgen in Kapital und Rente aufzuteilen, kann diese Leistungseinheit nicht noch einmal aufgespalten werden. Es geht daher nicht, den Teilkapitalanspruch mit dem 60. Lebensjahr abzurufen, die Rente aus den Altbeiträgen aber erst mit dem 65. Lebensjahr zu erhalten. Nur die Rente aus den Neubeiträgen kann getrennt beansprucht werden.

 

Stand der Information: Dezember 2013

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